Russisches Embargo halbiert Agrarexporte

07. August 2015

Das Embargo Russlands belastet die deutsche Landwirtschaft erheblich. Zu diesem Ergebnis kommt die Analyse des DBV zum Jahrestag des russischen Importstopps für Nahrungsmittel. Danach sind die Exporterlöse von etwa 1,8 auf 0,9 Milliarden Euro gesunken.

Bei den für Wertschöpfung und Arbeitsplätze besonders wichtigen Fleischwaren und Milchprodukten ging der Export faktisch auf Null zurück. Das gilt auch für Obst und Gemüse. Mengen, die bisher nach Russland exportiert wurden, drängen jetzt auf den EU-Binnenmarkt und sorgen für zusätzlichen Preisdruck. Insgesamt rechnet der DBV mit Einbußen von 600 bis 800 Millionen Euro für die deutsche Landwirtschaft.

Gegenüber dem Westfalen-Blatt hat WLV-Präsident Johannes Röring Anstrengungen zur Förderung des Absatzes gefordert: „Wir erwarten von der Bundesregierung zwar keine Exporterstattungen, aber mehr Initiative zur Öffnung von Exportmärkten, weit über Russland hinaus. Zudem sollte die Kürzung der öffentlichen Zuschüsse zur landwirtschaftlichen Unfallversicherung (100 Mio. Euro) zurückgenommen werden. Dies wäre ein kluges politisches Zeichen zur teilweisen Linderung einer politisch bedingten Misere."

In einem Schreiben an NRW-Finanz-minister Walter Bojans drängen WLV und RLV darauf, den betroffenen Betrieben auch durch steuerliche Billigkeitsmaßnahmen Luft zu verschaffen. Röring und RLV-Präsident Bernhard Conzen fordern unter anderem, Anträge auf Herabsetzung der Steuer-Vorauszahlung oder der Stundung von Steuerzahlung „unbürokratisch und zügig“ zu bearbeiten.

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