Rukwied fordert politische Flankierung

19. August 2015

Der massive Preisverfall bei Schweinefleisch, Milch, Getreide, Obst und Gemüse seit Jahresanfang beträgt deutlich über 3 Mrd. EUR. DBV-Präsident Rukwied zog anlässlich der Erntepressekonferenz in Berlin Bilanz: „Der Erlöseinbruch entspricht rund einem Drittel der Nettowertschöpfung des landwirtschaftlichen Einkommens. Rechnet man diese Schätzung auf ein ganzes Jahr hoch, drohen die Erlöse der Bauern durch die geringeren Erzeugerpreise um über 6,2 Milliarden EUR niedriger auszufallen.“ Besonders hoch sind die Verluste bei Schweinehaltern und Milchbauern, aber auch bei Acker- und Obstbauern. Deshalb erwarte er vom Sondergipfel der EU-Agrarminister am 07.09.2015 in Brüssel konkrete Beschlüsse zur Unterstützung der europäischen Landwirte. Gefordert wird eine Exportoffensive der EU für Agrargüter und Lebensmittel, die u.a. aus den von den Landwirten selbst aufgebrachten Mitteln der Milch-Superabgabe finanziert werden könne.Nationale Hilfsmaßnahmen, wie Bürgschaftsprogramme des Bundes, Stundung von Steuerschulden und die Einführung der seit langem vom DBV geforderten Risikoausgleichsrücklage könnten neben einer Aufstockung des Bundeszuschusses für die landwirtschaftliche Unfallversicherung zur Entlastung der Betriebe beitragen. Ebenso wichtig bleibt, die Betriebe in dieser Situation nicht mit Bürokratie und wettbewerbsverzerrenden Auflagen zu belasten.

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