Nach der Maisernte ist vor dem Schnittgrün

07. November 2013

Pressegespräch des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Hochsauerland in Meschede-Bockum

Kreisverbandsvorsitzender Josef Schreiber, Birgit und Dietmar Vollmers (v.l.)

„Wir Bauern im Hochsauerlandkreis sind in diesem Jahr mit der Ernte zufrieden.“ – Dieses etwas nüchtern klingende Resümee des Medebacher Milchbauern Josef Schreiber zum Abschluss der diesjährigen Erntesaison ist für den Vorsitzenden des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes dennoch eine durchweg positive Bilanz: „Wir haben kein Spitzenjahr hinter uns, aber auch keine großen Ausfälle - dankbar sind wir vor allem dafür, von schlimmen Unwettern verschont geblieben zu sein und das Futter für unsere Tiere für den Winter sicher eingebracht zu wissen.“

Josef Schreiber erinnert am Donnerstag in Meschede noch einmal an den Witterungsverlauf in 2013: „Nach einem späten Frühjahr gelangen Gülleausbringung und Pflege des Grünlands gut, sodass ein zügiges Wachstum einsetzte. Die Grassilage ist die wichtigste Ernte für unsere Milchkuhbetriebe, war der zweite Schnitt noch sehr gut, so ließ die Menge bei der Trockenheit im Sommer abrupt nach: Mancherorts fiel der dritte Schnitt ganz weg, so dass mit der eigentlich vierten Mahd nur noch einige trockene Halme abgemäht werden konnten.

Umso wichtiger der Mais: Der Maisanbau nimmt als Grundfuttersicherung für unsere rinderhaltenden Betriebe zu, obwohl wir mit nur 5 % Maisanbau im Hochsauerland immer noch nur eine geringe Fläche mit dieser für das Sauerland sehr geeigneten Nutzpflanze haben. Der Mais kommt nämlich mit Trockenheit viel besser klar als das Grünland. In diesem Jahr sind die Saatkörner erst spät in die Erde gekommen, der Mais kränkelte zunächst im Wachstum, die Abreife war sehr standortabhängig: Deutlich bessere Erträge gab es an schattigeren Nordhängen, denen die Trockenheit im Sommer nicht so zugesetzt hatte. Zum Abschluss kann ich sagen: Die Maisernte wurde zunächst schlechter dargestellt als sie letztendlich war, wir hatten keinen Spitzenertrag, aber immer noch ordentlich (die letzten beiden Jahre waren Bomben-Maisjahre).

Zum Getreide – hauptsächlich Winterweizen und –gerste – können wir berichten, dass nach der sehr langsamen Abreife des Getreides eine sehr gute Ernte eingefahren wurde. Diese lässt natürlich die Preise auf dem Weltmarkt sinken, aber diejenigen Betriebe, die Getreide zukaufen müssen, profitieren davon.

Zum Kartoffelanbau können wir im Hochsauerland  nur eine persönliche Bilanz ziehen, da Kartoffeln nur in ganz geringem Umfang und hauptsächlich zum Privatverzehr angebaut werden: Sie seien in diesem Jahr kleiner, aber sehr schmackhaft.

Wie anfangs gesagt, sind wir dankbar, hier im Hochsauerland von Unwettern verschont geblieben zu sein – wie zum Beispiel unsere Berufskollegen in den Hochwassergebieten, die teilweise Vieh, vor allem aber komplette Ernten verloren haben. Wir haben diese finanziell unterstützt, aber auch mit einigen Lastwagen dringend benötigtes Futter für die Tiere nach Sachsen-Anhalt geliefert.

Im Anschluss an den Erntebericht besichtigten die Teilnehmer den Bauernhof der Familie Vollmers in Meschede-Bockum, wo die Ernte nicht abgeschlossen ist, sondern ein großer Geschäftszweig gerade erst beginnt: Vollmers verkaufen Weihnachtsbäume und Schnittgrün ab Hof im Hochsauerland.

Bericht Westfalenpost ( Dateigröße: 139 KB)

Presse-Kontakt

Pressegespräch

Hofladen in Bockum

Daten werden geladen …