Initiative Tierwohl: Handel und Verarbeiter sind am Zug

06. Mai 2015

Minden-Lübbecke/WLV (Re): Die Initiative Tierwohl ist gestartet – mehr Landwirte wollen mitmachen als aktuell möglich: „Die Schweinehalter haben großes Interesse an der Initiative Tierwohl bewiesen, jetzt sind Handel und Verarbeiter am Zug“, bringt es der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Minden-Lübbecke Hermann Seeker auf den Punkt. Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) müsse nachlegen, insbesondere diejenigen, die sich noch nicht beteiligt hätten. Erstmals ermöglicht das völlig neue System einen Tierwohlansatz auf breiter Ebene von den Landwirten, über die Schlachtunternehmen bis zum LEH. Bis zum 28. April konnten Sauenhalter, Schweinemäster sowie Halter von Geflügel ihre Bereitschaft zur Teilnahme an der Initiative Tierwohl melden. „Die jetzt veröffentlichten Zahlen zeigen das enorme Interesse der Bauern zur Teilnahme, das jetzt nicht enttäuscht werden darf“, so Seeker. „Erstmals sollen die Teilnehmer ihre zusätzlichen Aufwendungen zur Umsetzung höherer Tierwohlstandards ausgeglichen bekommen“, schildert der Vorsitzende und sieht darin auch den Erfolg der Initiative auf landwirtschaftlicher Seite begründet.

 

Insgesamt hatten sich zum Stichtag 2. Mai bereits über 4.500 Landwirte für das neue Programm registrieren lassen. Aufgrund der begrenzten Finanzmittel können allerdings nur etwa 2.100 Schweinehalter zur Auditierung für die Initiative Tierwohl zugelassen werden. Zum Hintergrund: Seit Anfang 2015 führt der Lebensmitteleinzelhandel unter dem neuen Programm „Initiative Tierwohl“ 4 Cent pro Kilogramm verkaufter Ware (Schweine- und Geflügelfleisch sowie Wurst) ab in einen Fonds, aus dem die Kosten der Stallumbauten erstattet werden sollen.

 

„Wir fordern eine Aufstockung der Mittel, um alle Anmeldungen der Tierhalter berücksichtigen zu können“, bekräftigt Seeker. Über weitere Einzelhandelsunternehmen, die sich noch nicht beteiligt haben wie auch Großkunden in Gastronomie und die Fleischverarbeitung müsse der Mehrbedarf akquiriert werden. Landwirte hätten Geld in die Hand genommen, sie hätten geliefert, jetzt sei der Handel gefordert, Mittel nachzuschießen. Damit könne er zeigen, dass es ihm wirklich um Tierschutz gehe. „Denn der Imageschaden dürfte doch beträchtlich sein, wenn der Handel Tierwohl am Geld scheitern lässt“, äußert Seeker die Erwartungshaltung der Tierhalter. Er verweist darauf, dass mit der Initiative Tierwohl teilnehmenden Landwirten ausschließlich die Kosten eines höheren Aufwandes ausgeglichen werden. Zugleich sieht er die Gefahr von Enttäuschungen und Frust, wenn viele Bauern mit ihren deutlich erhöhten Kosten für die Initiative Tierwohl alleine gelassen werden. Die Idee der Initiative Tierwohl sei in der Landwirtschaft aus einen guten Nährboden gefallen, sie dürfe nun nicht an finanzieller Kleinkrämerei scheitern.

 

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