Initiative Tierwohl: Regionale Einzelhändler einbinden

24. Juni 2015

Plakataktion des WLV-Kreisverbandes Steinfurt

-wlv/mg- Kreis Steinfurt. „Unser Plakat ist eine freundliche Aufforderung an Klaas und Kock – mehr nicht.“ Johann Prümers, WLV-Kreisverbandsvorsitzender, seine beiden Stellvertreter Albert Rohlmann und Carsten Spieker sowie Clemens Leuermann und Heino Gerling vom landwirtschaftlichen Ortsverband Saerbeck schauen auf die großen Buchstaben. „Hallo K + K“, ist dort zu lesen, „gibt’s außer 100 Gramm extra Aufschnitt auch Tierwohl dazu … warum macht Ihr noch nicht mit?“ Tierwohl? Mitmachen? Die Landwirte lösen die Fragezeichen schnell auf: Hinter der Initiative Tierwohl steht ein branchenübergreifendes Bündnis aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel, das sich unter dem Motto „Gemeinsam verantwortlich handeln“ für mehr Tierwohl in der Fleischerzeugung stark macht. Bis Anfang Mai konnten sich alle Landwirte, die in ihren Ställen mehr Tierwohl umsetzen, für die Initiative anmelden. Die Bereitschaft der Bauern ist groß deutliche Veränderungen in der Tierhaltung vorzunehmen. Die Beteiligung an der Initiative ist deshalb so überwältigend, dass die bisher zugesagten Mittel nicht ausreichen, um allen registrierten Bauern den Mehraufwand für die Tierwohl-Maßnahmen auszugleichen. Nur jeder zweite der teilnahmewilligen Landwirte ist berücksichtigt worden.

Das ist auch im Kreis Steinfurt so: Nicht einmal jeder zweite interessierte Betrieb ist für das Programm zugelassen. 201 Betriebe aus dem Kreis Steinfurt haben sich für die Initiative Tierwohl registrieren lassen, nur 81 wurden aufgenommen. Die Bauern, die wegen der beschränkten Mittel derzeit nicht dabei sind, haben aber zuvor mit großem Aufwand Umbaumaßnahmen durchgeführt, um für die Teilnahme bereit zu sein.

„Deshalb muss es unser Antritt sein, dass alle Bauern, die für die Initiative Tierwohl schon in Vorleistung gegangen sind, auch in das Programm aufgenommen werden und einen Ausgleich erhalten“, betonen Johann Prümers und seine Stellvertreter Albert Rohlmann und Carsten Spieker. Das geht wiederum nur, wenn mehr Mittel zur Verfügung stehen. „Deshalb ist es unsere Idee, die regionalen Unternehmen im Lebensmittelbereich, die bislang noch nicht bei der Initiative Tierwohl dabei sind, einzuladen, auch bei der Initiative mitzumachen“, so Prümers. „Für uns als Landwirte im Kreis Steinfurt ist besonders Klaas + Kock ein wichtiger Ansprechpartner. Die Verbraucher möchten regional einkaufen, das Fleisch von den Bauernhöfen aus dem Münsterland. Damit hat K + K in der Vergangenheit auch schon geworben. Das Mitmachen bei der Initiative Tierwohl wäre ein weiteres Bekenntnis für die heimische Landwirtschaft.“ 

Mit weiteren Plakaten richtet sich der WLV-Kreisverband auch an die Filialen des Schnellrestaurants McDonalds im Kreis und lädt die Fast-Food-Kette zum Mitmachen ein.
Jedes Unternehmen, das bei der Initiative Tierwohl mitmacht, zahlt für jedes verkaufte Kilogramm Fleischware vier Cent in den Tierwohlfonds ein. Aus diesem Fonds erhält jeder teilnehmende Landwirt sein Tierwohl-Entgelt für Maßnahmen, die über das gesetzliche Maß hinausgehen. Finanziert wird der Tierwohl-Beitrag letztlich vom Verbraucher, der beim teilnehmenden Lebensmitteleinzelhandel Fleisch und Fleischwaren kauft. Mit Ihrer Unterstützung kann ein Mehr an Tierwohl umgesetzt werden.  

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