Aktiv für Lerche und Co.

23. Juli 2015

Landwirt Klaus Plugge macht sich stark für den Artenschutz

-wlv/mg- Kreis Steinfurt. Die Feldlerche ist wieder da. Klaus Plugge, Landwirt aus Greven, kann das bestätigen. „Ich habe schon Feldlerchen im Flug gesehen“, berichtet seine Tochter Mara stolz. Und sie weiß auch, warum das so ist: „Weil mein Papa Lerchenfenster macht“, erzählt sie und stapft mit Klaus Plugge und Steffen Hogeback von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft durch ein großes Getreidefeld, um „Lerchenfenster“ zu zeigen, die Plugge für den tirilierenden Singvogel angelegt hat.

Ein Lerchenfenster zu öffnen ist ganz einfach: Der Landwirt muss bei der Getreideaussaat die Sämaschine für einige Meter anheben. Dadurch entstehen auf der Ackerfläche künstliche „Fehlstellen“, die die Feldlerchen als Anflugschneisen nutzen können. Angelegt werden die Fenster nur in Getreidefeldern, wegen des frühen Erntetermins allerdings nicht in Wintergerste und Grünroggen. Die Fenster müssen abseits von geschlossenen Ortschaften und Baumbeständen, sowie deutlich entfernt von Straßen und Strauchhecken liegen, damit Fuchs und Co. nicht direkt zur Lerchenlandebahn geführt werden. Ihre Nester können die Lerchenpärchen dann gut geschützt im umliegenden Getreide bauen.

 „Wir unterstützen das Feldlerchenprojekt, weil wir als Landwirte im Natur- und Artenschutz eine wichtige Aufgabe sehen“, unterstreicht Johann Prümers, Vorsitzender des WLV-Kreisverbandes. Seit 2009 wirbt die Landwirtschaft im Kreis in Verbindung mit der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft für die Lerchenfenster.

Klaus Plugge ist von Anfang an dabei – und das aus Überzeugung. Er hat ein Herz für Natur und Umwelt. „Lerchenfenster sind schnell angelegt. Wichtig ist, dass wir konsequent über die Jahre die Fehlstellen im Acker schaffen, denn die Lerchen kommen gerne an bekannte Standorte zurück“, weiß Plugge. „Die Arbeit von Landwirt Klaus Plugge ist wirklich vorbildlich und nachhaltig“, sagt Steffen Hogeback von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft und überreicht Klaus Plugge und seiner Tochter als Anerkennung einen Gutschein. „Wir wünschen uns, dass viele Landwirte seinem Beispiel folgen.“

Schon 2012 hat ein Monitoring der Stiftung gezeigt, dass Feldlerchen gerne Flächen mit Lerchenfenstern annehmen. Ein Erfolg für den Artenschutz und ein guter Grund, das Feldlerchenprojekt fortzusetzen, um den Singvögeln langfristig bessere Lebens- und Überlebensbedingungen zu bieten.
Warum hat sich der tirilierende Singvogel in der Vergangenheit rar gemacht im Kreis? Die Flächen sind knapp, das Getreide steht dicht, so dass die Lerche nur schwer einen geeigneten Landeplatz findet und an Wegesrändern oder auf offenen Flächen ihre Nester anlegt. Da aber ist sie ihren natürlichen Feinden - insbesondere Füchsen, Mardern, Katzen sowie auch Krähen und Rabenvögeln - ausgesetzt. Über die Lerchenfenster ist für die Singvögel der freie Anflug in ein Getreidefeld gesichert.

Aber nicht nur für die Feldlerche macht Klaus Plugge sich stark. Über 1000 Quadratmeter blühende Bienenweiden hat er in diesem Frühjahr entlang seiner Äcker eingesät. Das freut Radfahrer, Spaziergänger und den Landwirt selbst: „Wenn's blüht, summt und surrt, dann ist das gut für die Artenvielfalt und gut für den Boden.“

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