Großes Interesse der Bauern an mehr Tierwohl

07. Mai 2015


Kostenausgleich des Lebensmitteleinzelhandels reicht nur für die Hälfte der Betriebe

Münster <wlv> Das Interesse der Schweine haltenden Landwirte an der zum Jahresbeginn 2015 angelaufenen „Initiative Tierwohl“ ist deutschlandweit sehr groß. Insgesamt haben sich zum Stichtag 2. Mai bereits über 4.500 Landwirte mit mehr als 25.000.000 Schweinen für das neue Programm registrieren lassen. Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) begrüßt das starke Engagement der Betriebe. Zugleich bedauert der Verband, dass aufgrund der begrenzten Finanzmittel zunächst nur etwa 2.100 Schweinehalter mit 12.000.000 Tieren zur Auditierung für die Initiative Tierwohl zugelassen werden konnten.

Leider hat, so der WLV, der erfolgreiche Start der Initiative damit auch Schattenseiten: Wegen des großen Interesses bei begrenztem Budget musste das Los darüber entscheiden, welche Landwirte im ersten Anlauf zum Zuge kommen werden. Viele Bauern haben sich seit Monaten auf die Initiative vorbereitet und ihre Ställe so umgebaut, dass Mastschweinen, Sauen und Ferkeln künftig vor allem mehr Platz zur Verfügung steht.

„Jetzt gilt es, für möglichst alle, die flächendeckend mehr Tierwohl wollen, Lösungen zu finden. Dies gilt vor allem für diejenigen Tierhalter, die bereits viel Geld in die Hand genommen haben und zu Recht sehr enttäuscht sind, dass sie im ersten Anlauf keine Kosten-erstattung erhalten werden“, sagte WLV-Präsident Johannes Röring heute in einer ersten Reaktion. „Der WLV wird sich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass seitens des Lebens-mitteleinzelhandels mehr finanzielle Mittel bereitgestellt werden und noch mehr Lebens-mittelhändler für eine Teilnahme an der Initiative Tierwohl gewonnen werden können.“

Seit Anfang 2015 führt der Lebensmitteleinzelhandel unter dem neuen Programm „Initiative Tierwohl“ 4 Cent pro Kilogramm verkaufter Ware (Schweine- und Geflügelfleisch sowie Wurst) ab in einen Fonds, aus dem die Kosten der Stallumbauten erstattet werden. Im ersten Jahr rechnet die Initiative Tierwohl mit einem Erstattungsvolumen von 85 Mio. Euro für Schweine- und Geflügelfleisch, in den ersten drei Jahren insgesamt mit 255 Mio. Euro.

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